Glasbruch-Hilfe für die ersten Schritte
Eine zerbrochene Scheibe wirkt dramatischer, als sie meist ist. Mit wenigen ruhigen Handgriffen machen Sie den Raum sicher und die Lage übersichtlich. Anschließend nennen wir Ihnen eine regionale Glaserei, die sich das Fenster ansieht und das Weitere mit Ihnen klärt.

Schritt für Schritt nach dem Glasbruch
- Ruhe bewahren, Raum räumen
Kinder und Haustiere gehören aus dem Raum, die Tür bleibt zu. Tragen Sie feste Schuhe, auch in der eigenen Wohnung. Barfuß oder in Socken verteilt sich ein Splitter schneller, als man ihn sieht, und steckt dann unbemerkt in der Sohle.
- Schnittfeste Handschuhe anziehen
Arbeitshandschuhe aus Leder oder mit Schnittschutz genügen. Dünne Stoffhandschuhe und Gummihandschuhe für den Abwasch halten scharfe Kanten nicht auf. Wer keine hat, lässt die Scherben zunächst liegen und sperrt nur den Bereich ab.
- Größere Stücke in einen Karton
Große Stücke wandern behutsam in einen stabilen Karton statt in eine Tüte. Beschriften Sie ihn mit „Glas“. Was noch fest im Rahmen steckt, bleibt dort: Diese Reste löst später die Fachkraft.
- Splitter aufnehmen
Kehren Sie die kleinen Stücke mit Handfeger und Schaufel zusammen und gehen Sie danach mit dem Staubsauger samt Düse über den Boden. Auf Fugen und Teppich hilft feuchtes Küchenpapier, das Sie flach andrücken und sofort entsorgen.
- Öffnung von innen abdecken
Spannen Sie Folie, Pappe oder eine Plane über den Rahmen und fixieren Sie sie mit breitem Klebeband am Rahmen, nie an der Bruchkante. Arbeiten Sie nur vom sicheren Stand im Raum aus, ohne Leiter und ohne sich hinauszulehnen.
- Fotografieren und melden
Ein paar Fotos sichern den Zustand, bevor aufgeräumt wird: Gesamtansicht, Bruchstelle, Splitter am Boden. Wer zur Miete wohnt, gibt Vermieter oder Hausverwaltung Bescheid. Danach rufen Sie an, und wir vermitteln eine Glaserei.
Neue Scheibe nötig? Wir vermitteln.01579 2842374
Erst Sicherheit, dann Ordnung
Die meisten Verletzungen nach einem Glasbruch passieren nicht beim Bruch selbst, sondern beim Aufräumen. Wer in Eile mit bloßen Händen Stücke einsammelt oder aus dem Rahmen zupft, schneidet sich schneller, als der Schreck verfliegt. Nehmen Sie sich deshalb eine Minute, ziehen Sie Schuhe und Handschuhe an und gehen Sie dann erst an die Scherben.
Ein Rahmen, in dem noch Glas steckt, sieht harmlos aus und ist es nicht. Gesprungenes Glas steht unter Spannung und kann ohne Vorwarnung nachgeben, wenn jemand dagegendrückt oder klopft. Solche Reste bleiben stehen; wichtig ist, dass niemand dagegenläuft und alle Abstand halten. Das Entfernen übernimmt die Fachkraft mit passendem Werkzeug.
Bei einem Einbruch ändert sich die Reihenfolge. Dann verständigen Sie zuerst die Polizei und lassen Glasreste, Fußspuren und umgestoßene Dinge möglichst unverändert, bis alles gesichert ist. Fotos machen Sie erst, wenn die Beamten es erlauben. Erst danach wird abgedeckt und aufgeräumt, damit nichts verloren geht, was später noch gebraucht wird.
Was die Glaserei übernimmt
Alles, was mit dem Rahmen und dem Glas selbst zu tun hat, gehört in Fachhände. Die Glaserei entfernt verbliebene Reste sicher, misst die Öffnung auf den Millimeter und prüft, ob Rahmen, Falz und Dichtungen noch in Ordnung sind. Erst mit diesen Maßen lässt sich das passende Glas bestellen, und ohne sie wäre jede Bestellung ein Ratespiel.
Unsicher, was zu tun ist? Fragen Sie.01579 2842374
So hilft die Vermittlung weiter
Sie schildern am Telefon, was passiert ist: welches Fenster, welche Glasart Sie vermuten, ob die Öffnung offen steht. Anhand dieser Angaben fällt die Wahl auf eine Glaserei, die in der Region arbeitet. Termin, Umfang und Abrechnung klären Sie danach unmittelbar mit ihr. Den genauen Weg beschreibt die Seite So läuft die Vermittlung.
Hilfreich ist ein kurzer Überblick vor dem Anruf. Notieren Sie sich Etage, Fensterart und ungefähre Größe, auch wenn Sie nur schätzen können. Ein Foto vom Rahmen mit einem danebengelegten Zollstock oder einer Schuhgröße als Maßstab erleichtert der Glaserei die erste Einschätzung enorm, noch bevor jemand die Öffnung gesehen hat.
Nicht jeder Glasschaden ist ein Notfall. Ein Riss, der nicht wächst, oder eine beschlagene Doppelscheibe darf ein paar Tage warten, bis ein Termin passt. Bei offener Öffnung, Einbruch oder Sturmschaden sieht das anders aus. Bei Unsicherheit beschreiben Sie den Zustand einfach genau, dann lässt sich einordnen, wie dringend es wirklich ist.
Nachgefragt
Darf ich eine gerissene Scheibe noch benutzen?
Solange der Riss nicht durchgeht und die Scheibe fest im Rahmen sitzt, hält sie oft noch eine Weile. Belasten Sie sie aber nicht: nicht öffnen, nicht schließen, nichts dagegenlehnen. Markieren Sie das Ende des Risses mit Bleistift am Rand, so sehen Sie, ob er wächst. Ersetzen sollte man die Scheibe trotzdem.
Was ist, wenn das Fenster im Obergeschoss zerbrochen ist?
Dann bleibt alles, was nur von außen erreichbar wäre, unberührt. Decken Sie die Öffnung ausschließlich von innen ab und achten Sie darauf, dass Sie sicher stehen. Herabfallende Reste können unten Passanten gefährden, deshalb sollten Sie den Bereich vor dem Haus im Blick behalten und gegebenenfalls absperren.
Muss ich dem Vermieter Bescheid geben?
Wer zur Miete wohnt, gibt Vermieter oder Hausverwaltung früh Bescheid, am besten mit Foto. So ist festgehalten, wann der Schaden entstanden ist.
Wie erkenne ich, ob es ein Einbruchsversuch war?
Auf einen Einbruchsversuch deuten Kratzer vom Hebelwerkzeug am Rahmen, eine glatt ausgeschnittene Öffnung neben dem Griff, Fußabdrücke an der Außenseite oder Dinge, die in der Wohnung nicht mehr am Platz stehen. Bei einem solchen Verdacht lassen Sie alles möglichst wie es ist und rufen zuerst die Polizei. Die Beamten entscheiden, wann aufgeräumt werden darf.
Was passiert mit dem alten Glas?
Die Glaserei nimmt das ausgebaute Glas in der Regel gleich mit, sodass Sie sich darum nicht kümmern müssen. Haben Sie selbst Scherben eingesammelt, gehören sie verpackt in den Restmüll oder zum Wertstoffhof. Fensterglas schmilzt bei anderer Temperatur als Flaschenglas und stört deshalb im Altglas das Recycling.