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Fenster im Plattenbau

Wohnungen in Plattenbauten haben je nach Baujahr und Sanierung ganz unterschiedliche Fenster. Sie lernen die gängigen Bauarten kennen, wissen nach einem Glasbruch, was Sie sicher selbst tun können, und können der Glaserei die Angaben liefern, die das Aufmaß erleichtern.

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Geöffnetes Kastenfenster im Altbau mit innerem und äußerem Flügelpaar

Welche Fenster im Plattenbau vorkommen

  1. Bei Gebäuden in Plattenbauweise, wie sie zu DDR-Zeiten in großer Zahl entstanden, saßen ursprünglich meist Holzfenster mit zwei Flügeln und Einfachglas. Häufig waren es Verbundfenster, bei denen zwei Scheiben in zwei miteinander verbundenen Flügeln arbeiten. Der Luftraum dazwischen sollte Wärme halten, ähnlich wie beim Kastenfenster, nur kompakter gebaut.

  2. Viele Häuser wurden später saniert. Dann findet man Kunststofffenster mit Isolierglas, teils mit Dreh-Kipp-Beschlag und modernen Dichtungen. In ein und demselben Block können deshalb Fenster aus verschiedenen Jahrzehnten nebeneinander liegen, wenn Eigentümer oder Genossenschaft nicht alle Wohnungen gleichzeitig umgerüstet haben. Ein Blick auf Rahmen und Beschlag klärt die Art schnell.

  3. Für Sie als Bewohner zählt vor allem eine Frage: Wer hat das Fenster eingebaut, und gehört es zur Wohnung oder zum Haus? Die Antwort kennt die Hausverwaltung. Sie müssen die Bauart nicht selbst beurteilen, helfen aber der Glaserei, wenn Sie Fotos vom Rahmen, vom Beschlag und vom Aufdruck im Scheibenzwischenraum bereithalten.

Verbundfenster und Isolierglas unterscheiden

  • Beim Verbundfenster lassen sich beide Flügel meist mit Riegeln oder Haken voneinander lösen. Dazwischen liegt eine Luftschicht, die sich beim Putzen von innen erreichen lässt, wenn die Flügel getrennt werden. Bricht eine der beiden Scheiben, betrifft das nur diese Ebene. Die andere kann unversehrt bleiben und hält zunächst Wind und Regen zurück.

  • Isolierglas setzt sich aus zwei oder drei Glasplatten zusammen, zwischen denen ein abgedichteter Raum liegt, und steht als feste Einheit im Rahmen. Bricht hier eine Scheibe, ist meist die gesamte Einheit hinüber, auch wenn nur eine Seite zerstört aussieht. Die Einheit ist im Rahmen verklotzt und verdichtet, und das Auswechseln verlangt Fachwissen. Eine Übersicht bietet der Beitrag Einfachglas, Isolierglas, Dreifachglas.

  • Der Unterschied entscheidet über die Sicherung. Beim Verbundfenster reicht es oft, die kaputte Ebene innen abzudecken und die intakte Seite zu schonen. Beim Isolierglas ist die Öffnung mit der ganzen Einheit zerstört, und die Abdeckung muss die gesamte Rahmenfläche überspannen. Fotografieren Sie beides, bevor Sie mit der Glaserei sprechen.

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Was in der Wohnung gefahrlos geht

Sichern Sie zuerst den Raum: Kinder und Tiere hinaus, feste Schuhe und schnittfeste Handschuhe an.

Größere Scherben legen Sie in einen stabilen Karton. Feinen Glasstaub nehmen Sie mit Besen, Kehrblech und feuchtem Papier auf. Zum Schluss folgt der Staubsauger mit Düse, am besten mehrmals, auch auf der Fensterbank und im Heizkörperbereich.

Reste im Rahmen und lose Kanten bleiben unberührt. Auch wenn sie sich leicht bewegen lassen, schneiden sie sich tief. Wenn im Fensterbereich Steckdosen, Leuchten oder ein Heizkörperthermostat liegen, schalten Sie elektrische Geräte dort aus, soweit das gefahrlos möglich ist. Bei Unsicherheit lassen Sie eine Elektrofachkraft nachsehen.

Meldung, Fotos und Aufmaß

  • Informieren Sie Vermieter oder Hausverwaltung, bevor Sie Ersatz bestellen lassen. Gerade in Wohnblöcken mit mehreren Parteien können Fenster zum gemeinsamen Gebäude gehören und einheitlich gehalten sein. Die Verwaltung sagt Ihnen, ob eine bestimmte Ausführung vorgesehen ist und ob die Glaserei einen Schlüssel zum Haus oder zum Dachboden braucht.

  • Die Fotos erleichtern der Glaserei das Aufmaß. Sinnvoll sind eine Gesamtansicht des Fensters, die Bruchstelle, der Rahmen von innen und außen sowie der Aufdruck im Scheibenzwischenraum, sofern lesbar. Wie Sie dabei vorgehen, zeigt der Beitrag Aufdruck im Scheibenzwischenraum lesen. Notieren Sie, ob der Rahmen Holz oder Kunststoff ist.

  • Vor Ort misst die Fachkraft Breite, Höhe und Glasdicke, beurteilt den Zustand des Rahmens und bestellt die neue Scheibe. Wie lange das dauert, hängt von Glasart und Maß ab; Zusagen dazu gibt es hier nicht. Die Sicherung der Öffnung bleibt bis dahin Ihre Aufgabe, und auf Isolierglas austauschen ist der übliche Ablauf beschrieben.

Zugluft, Kondensat und Folgeschäden im Blick behalten

  • Nach dem Einbau einer neuen Scheibe sollten Sie die Fuge zum Rahmen im Blick behalten. Zieht es kalt herein oder zeigt sich Feuchte, ist das ein Hinweis, den die Glaserei klären sollte. Die Abdichtung ist beim Einbau eingestellt worden, aber kleine Setzungen am Rahmen lassen sich erst nach einigen Wochen erkennen, wenn Wärme und Kälte das Material bewegt haben und der Rahmen sich eingelebt hat. Melden Sie Auffälligkeiten dann der Glaserei, solange der Einbau noch frisch ist.

  • Beschlagene Scheiben an Fenstern im Plattenbau haben verschiedene Ursachen. Kondensat auf der Raumseite entsteht bei hoher Luftfeuchte, Beschlag im Zwischenraum deutet auf einen Defekt der Versiegelung hin. Der Beitrag Beschlagene Scheiben: innen, außen, dazwischen hilft bei der Einordnung und vermeidet Fehleinschätzungen, die später zu unnötigen Wegen und falschen Annahmen führen würden.

  • Pflegen Sie Dichtungen und Beschläge regelmäßig. Ein sauberer Falz und weiche Gummidichtungen entlasten das Glas, weil der Rahmen nicht klemmt. Verzogene Flügel und schwergängige Griffe zeigen, dass sich das Fenster verändert hat. Lassen Sie das früh ansehen, denn Spannung im Rahmen kann Scheiben beschädigen, die sonst jahrelang heil geblieben wären.

Das legen Sie für die Glaserei bereit

Nachgefragt

Woran erkenne ich, ob mein Fenster ein Verbundfenster ist?

Öffnen Sie das Fenster und sehen Sie auf den Flügel. Sind es zwei hintereinander liegende Scheiben in zwei Rahmen, die nur an wenigen Stellen verbunden sind, handelt es sich um ein Verbundfenster. Beim Isolierglas sitzen beide Scheiben dicht und fest in einem Rahmen, ohne Spalt dazwischen.

Wird das gesamte Fenster getauscht, obwohl nur eine Scheibe zu Bruch ging?

Meist nicht. Die Glaserei kann die Scheibe oder bei Isolierglas die komplette Glaseinheit tauschen, solange der Rahmen heil und stabil ist. Ob der Rahmen geeignet ist, beurteilt die Fachkraft beim Aufmaß. Kleine Mängel am Rahmen lassen sich häufig mit beheben, bevor die neue Scheibe eingesetzt wird.

Wer entscheidet, welche Scheibe in die Wohnung kommt?

Das hängt vom Gebäude ab. Bei Mietwohnungen gibt oft die Hausverwaltung eine Ausführung vor, damit die Fassade einheitlich bleibt. Bei Eigentum entscheiden Sie mit der Glaserei, welche Glasart zum Rahmen passt. Die Fachkraft nennt die Möglichkeiten, die zum vorhandenen Fenster tatsächlich passen.

Für Fenster, Türen und Schaufenster: anrufen.

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