Fenster nach Glasbruch provisorisch abdichten
Ein Loch im Fenster lässt Wind, Regen und Kälte in die Wohnung. Mit Folie, Pappe und breitem Klebeband lässt sich die Öffnung von innen vorübergehend verschließen. Danach wissen Sie, was dabei gefahrlos geht, wo die Grenze liegt und was die Glaserei beim Ersatz übernimmt.

Erst Platz schaffen, dann abdecken
Ehe etwas vor die Öffnung geklebt wird, muss der Platz unter dem Fenster leer sein. Möbel, Vorhänge und Teppiche, auf die Splitter gefallen sind, brauchen Ihre Aufmerksamkeit zuerst. Schlüpfen Sie vorab in robuste Schuhe und Schnitthandschuhe, ehe Sie den Raum betreten. Kinder und Haustiere warten währenddessen in einem anderen Zimmer.
Das Aufnehmen der Scherben gehört vor das Abdecken, weil sich Folie sonst auf Glasreste legt und diese später beim Abnehmen verrutschen. Große Stücke legen Sie behandschuht in einen festen Karton, die feinen Splitter holen Sie mit Handfeger, Kehrblech oder feuchtem Küchenpapier vom Boden. Wie das im Einzelnen geht, steht im Beitrag Scherben sicher aufsammeln.
Was an Glas noch im Rahmen steckt, lassen Sie unangetastet. Sie zu lösen, zu brechen oder mit dem Finger herauszudrücken, ist eine Arbeit für die Fachkraft, denn die Reste stehen oft unter Spannung und springen unvorhersehbar weg. Ihr Ziel ist nur, die Öffnung zu verschließen, ohne das verbliebene Glas zu berühren oder zu belasten.
Welches Material sich eignet
Am besten haftet eine reißfeste Folie, etwa eine dicke Malerfolie oder ein zugeschnittener Müllsack aus kräftigem Kunststoff. Sie lässt noch etwas Tageslicht in den Raum und passt sich dem Rahmen an. Für größere Öffnungen oder bei Wind taugt zusätzlich eine Platte aus Pappe oder dünnem Holz, die Sie von innen gegen die Folie drücken.
Das Klebeband entscheidet über den Erfolg. Nehmen Sie ein breites, wetterfestes Gewebeband und kein schmales Papierband, denn dieses löst sich bei Feuchtigkeit schnell. Reinigen Sie die Klebefläche vorher kurz mit einem trockenen Tuch, damit das Band auf Rahmen oder Laibung hält. Auf rauem Putz haftet es schlechter als auf glattem Holz oder Kunststoff.
Vermeiden Sie Materialien, die schwer sind oder Spuren hinterlassen. Ein Bettlaken lässt Regen durch, ein Brett ohne Befestigung kippt und kann Restglas lösen. Auch Montageschaum, Silikon oder Bauschaum gehören nicht in einen Rahmen, der später ein neues Glas aufnehmen soll, weil die Fachkraft sie mühsam entfernen müsste.
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So bringen Sie die Abdeckung an
Schneiden Sie die Folie deutlich größer zu als die Öffnung, damit rundherum mehrere Fingerbreit Rand zum Verkleben bleiben. Legen Sie die Folie von innen an den Rahmen und kleben Sie zuerst die obere Kante fest. Dann ziehen Sie leicht nach unten und fixieren die Seiten, zuletzt die untere Kante, sodass die Folie glatt und ohne Falten sitzt.
Was Sie anschließend prüfen und der Glaserei überlassen
Schauen Sie nach dem Abkleben, ob sich die Folie bei Zugluft bewegt oder ob Regen an einer Ecke eindringen kann. Eine zweite Lage Band an den Ecken hilft meist. Halten Sie Möbel und elektrische Geräte vom Fenster fern, damit Feuchtigkeit nichts beschädigt, und schalten Sie Lampen oder Steckdosen in unmittelbarer Fensternähe möglichst ab.
Fotografieren Sie den Schaden, bevor Sie ihn verdecken. Das ist wichtig für die Meldung an Versicherung, Vermieter oder Hausverwaltung, und Sie finden Hinweise dazu im Beitrag Glasschaden dokumentieren. Eine Abdeckung ersetzt keine Reparatur, sie überbrückt lediglich die Zeit bis zum Austausch des Glases, und sie sollte so angebracht sein, dass sich alles wieder rückstandsarm abnehmen lässt.
Das Ersetzen der Scheibe, das Entfernen von Resten im Falz und das Prüfen des Rahmens bleiben der Glaserei vorbehalten. Wer den Ablauf kennenlernen möchte, findet ihn unter Notverglasung. Dort geht es um das sichere Verschließen der Öffnung durch die Fachkraft, wenn Ihre eigene Abdeckung nicht ausreicht, etwa bei großen Flächen.
Vor dem Abdecken abhaken
Nachgefragt
Wie lange hält eine Abdeckung aus Folie?
Das hängt von Wind, Feuchtigkeit und Größe der Öffnung ab, ein Zeitrahmen lässt sich nicht seriös nennen. Folie dient nur als Übergang. Prüfen Sie die Klebestellen regelmäßig, ersetzen Sie lockere Bänder und rechnen Sie nicht damit, dass die Abdeckung auf Dauer dicht bleibt oder Kälte wirklich abhält.
Darf ich das Band direkt auf den Fensterrahmen kleben?
Ja, auf dem Rahmen und der Laibung haftet das Band am besten. Bei lackiertem Holz oder frisch gestrichenen Flächen kann es beim Abziehen Farbe lösen, deshalb eignet sich dort ein Band für empfindliche Oberflächen. Auf die Bruchkante des Glases gehört kein Klebeband.
Kann ich die Öffnung von außen verschließen?
Davon ist abzuraten. Dafür müssten Sie sich aus dem Fenster beugen oder eine Leiter aufstellen, und das Restglas kann dabei nachgeben. Bleiben Sie auf der Innenseite und auf sicherem Boden. Außenarbeiten, besonders ab dem ersten Stock oder an Dachfenstern, macht ausschließlich die Fachkraft.