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Vorbeugen

Glas reinigen ohne Kratzer

Die meisten Kratzer entstehen nicht durch Absicht, sondern durch Sand auf dem Tuch oder durch zu harte Hilfsmittel. Sie erfahren, wie Sie Fenster, Spiegel und Glastüren sauber bekommen, ohne die Oberfläche anzugreifen, und welche Verschmutzungen Sie besser dem Betrieb überlassen.

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Fingerspitze prüft die Gummidichtung eines geöffneten Fensterflügels

Woher Kratzer auf Glas kommen

  • Glas ist hart, aber nicht unverwundbar. Kleine Sandkörner, Staub und Metallspäne wirken wie Schleifpapier, wenn sie beim Wischen unter dem Tuch liegen. Auf trockener Scheibe entstehen so feine Linien, die erst im Gegenlicht sichtbar werden. Je größer der Druck, desto tiefer die Spur, und einmal im Glas sind sie nicht mehr zu entfernen.

  • Dazu kommen Hilfsmittel, die es gut meinen und trotzdem schaden. Scheuerschwämme, Topfreiniger, Rasierklingen mit schiefer Führung und grobe Bürsten hinterlassen sichtbare Spuren. Auch Reinigungsmittel mit Schleifmitteln, wie sie für Töpfe gedacht sind, gehören nicht aufs Glas. Selbst ein vermeintlich weiches Tuch kann Schmutzpartikel einschließen und weitertragen.

  • Manche Beschichtungen sind empfindlicher als das Glas selbst. Dämmgläser tragen innen eine dünne Schicht, die nicht gereinigt wird. Außen können Easy-Clean-Schichten oder getönte Folien vorhanden sein, die schon bei leichter Reibung Spuren zeigen. Wer nicht weiß, was auf seiner Scheibe sitzt, geht lieber behutsam vor und beginnt mit Wasser und weichem Tuch.

Die schonende Reihenfolge

Spülen Sie zuerst den groben Schmutz mit reichlich Wasser ab, bevor Sie überhaupt wischen. So nehmen Sie Sand und Staub weg, ohne ihn über die Fläche zu ziehen. Ein Schwamm oder Mikrofasertuch mit lauwarmem Wasser und einem Tropfen Spülmittel genügt in den meisten Fällen. Arbeiten Sie von oben nach unten, damit nichts zurückläuft.

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Hartnäckiges ohne Gewalt lösen

  1. Kalkflecken, Vogelkot, Farbspritzer und Klebereste brauchen Zeit statt Kraft. Weichen Sie die Stelle mit feuchten Tüchern ein, damit sich der Belag löst. Ein sanfter Haushaltsessig kann Kalk lösen, sollte aber nicht auf Dichtungen und Rahmen laufen und danach gründlich abgespült werden. Auf getönten oder beschichteten Flächen gilt: vorher an unauffälliger Stelle ausprobieren.

  2. Ein Glasschaber oder eine Klinge kann bei hartnäckigen Resten helfen, verlangt aber ruhige Hand. Der Schaber muss flach geführt werden, die Scheibe nass sein und die Klinge scharf und sauber. Auf Verbundglas, bei Beschichtungen und in Ecken zum Rahmen ist sie tabu. Wer es nicht gewohnt ist, lässt die Finger davon, denn ein falscher Winkel hinterlässt sofort Spuren.

  3. Kratzer, die schon da sind, bleiben leider. Polierpasten versprechen viel, nehmen aber Glas ab und verzerren die Sicht. Bei tiefen Kratzern bleibt nur der Austausch der Scheibe. Das gilt auch für Schaufenster; wie es dort aussieht, steht im Ratgeber Kratzer und Scratching im Schaufenster. Eine Beurteilung erfolgt am besten im Streiflicht.

Sonderfälle und Sicherheit

  • Bei Spiegeln und Duschwänden kommt Feuchte hinzu. Wischen Sie Spiegel nur von der Vorderseite und lassen Sie keine Flüssigkeit in die Kante laufen, weil der Belag dahinter blind werden kann. Duschwände profitieren davon, dass Sie nach dem Duschen mit dem Abzieher übergehen. So bleibt weniger Kalk haften, und die Reinigung wird leichter.

  • Hohe Fenster, Dachflächenfenster und Glasdächer reinigen Sie nicht von außen und nicht von der Leiter. Ein langer Teleskopstiel vom Boden ist erlaubt, Betreten des Daches nicht. Bei Wintergärten mit Glasdach lässt sich vieles von innen erledigen, und für Außenflächen gibt es Betriebe, die dafür Absicherung haben. Mehr dazu liefert die Leistungsseite Wintergarten und Terrassendach.

  • Springt beim Reinigen ein Riss auf, hören Sie auf zu wischen. Belasten Sie die Scheibe nicht weiter, halten Sie Kinder und Tiere fern und sichern Sie den Bereich. Ein Riss kann sich verlängern, sobald Druck oder Wärme hinzukommen. Der Ratgeber Riss in der Scheibe zeigt, wie Sie bis zur Prüfung vorgehen.

Schonend putzen in der Praxis

Nachgefragt

Darf ich eine Rasierklinge auf Fensterglas verwenden?

Bei glattem Einfachglas und nassem Untergrund geht es mit Übung, verlangt aber sauberes Werkzeug und flache Führung. Auf beschichteten, getönten oder bedruckten Scheiben richtet sie Schaden an. Eine Klinge kann zudem Kanten und Dichtungen verletzen. Wer unsicher ist, löst Reste mit Einweichen und weichem Tuch und fragt im Zweifel die Glaserei.

Warum bleiben nach dem Putzen Schlieren?

Meist liegt es an zu viel Reinigungsmittel, einem schmutzigen Tuch oder an Sonne, die das Wasser zu schnell trocknet. Verwenden Sie wenig Mittel, wechseln Sie das Tuch häufig und arbeiten Sie bei bedecktem Himmel. Ein Gummiabzieher und ein trockenes Poliertuch am Ende nehmen den letzten Film von der Fläche.

Helfen Hausmittel wie Zahnpasta gegen Kratzer?

Sie verändern die Oberfläche eher, als dass sie Kratzer beseitigen. Schleifende Bestandteile tragen Glas ab und erzeugen wolkige Stellen, durch die man schlechter hindurchsieht. Feine Haarkratzer lassen sich nicht retuschieren. Ist die Störung sichtbar und tief, bleibt der Austausch der Scheibe die sichere Lösung, über den die Glaserei nach Besichtigung berät.

Erst sichern, dann ersetzen. Rufen Sie an.

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