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Kratzer und Scratching im Schaufenster

Ein zerkratztes Schaufenster fällt Kunden sofort auf, auch wenn die Scheibe noch dicht und stabil ist. Sie lesen hier, wie Kratzer entstehen, woran sich mutwillige Gravuren von Putzspuren unterscheiden und welche Handgriffe den Schaden nicht vergrößern, bevor eine Glaserei beurteilt, ob Politur oder neue Scheibe nötig ist.

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Glaser prüft die Glastür einer Praxis

Wie Kratzer ins Schaufensterglas kommen

Glas ist hart, aber nicht unverwundbar.

Sand, Metallspäne und Steinchen im Putzwasser reiben bei jeder Reinigung feine Linien in die Oberfläche. Diese Spuren verlaufen meist in Wischrichtung und sind parallel angeordnet. Sie zeigen sich vor allem bei flachem Lichteinfall und verschwinden bei Gegenlicht oft fast ganz, weshalb viele sie erst spät bemerken.

Auch Folien, Aufkleber und Saugnäpfe können Schäden verursachen, wenn beim Abziehen Klebereste mit der Klinge abgekratzt werden. Wer ein Messer oder einen Spachtel mit scharfer Kante ansetzt, ritzt die Scheibe genau dort, wo man nur etwas entfernen wollte. Dasselbe gilt für Stahlwolle und grobe Scheuerschwämme, die im Putzeimer oft unbemerkt landen.

Erst ansehen, dann anfassen

  • Fahren Sie vorsichtig mit dem Fingernagel quer über die Linie. Bleibt der Nagel hängen, sitzt der Kratzer tief im Glas. Gleitet er darüber, handelt es sich eher um Belag, Kalk oder Reste von Klebstoff. Diese einfache Probe verrät, ob Sie es mit einem Oberflächenschaden oder mit einer Verschmutzung zu tun haben.

  • Fotografieren Sie die Scheibe bei verschiedenem Licht, am besten morgens oder abends, wenn der Schein flach einfällt, und einmal mit dunklem Karton dahinter. So werden auch feine Linien sichtbar. Halten Sie außerdem fest, wo auf der Scheibe die Spuren liegen, ob nur außen oder auch innen, und ob mehrere Scheiben im Ladenbereich betroffen sind.

  • Bei erkennbar mutwilligem Schaden gehört eine Anzeige bei der Polizei dazu, bevor etwas verändert wird. Die Aufnahmen helfen auch, wenn die Versicherung informiert werden soll. Lassen Sie die Scheibe bis dahin ungeputzt, denn wer ungeprüft drüber wischt, kann Spuren verwischen oder die Kanten der Ritzer feiner reiben, als sie waren.

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Was Sie lassen sollten

  • Schleifpasten, Zahnpasta und Polierwatte aus dem Haushalt wirken auf Glas wie feines Schmirgelpapier. Sie machen eine tiefe Ritzspur selten unsichtbar, schaffen dafür aber um sie herum eine matte Zone. Die Scheibe verzerrt dann das Spiegelbild und die Auslage dahinter, und der Schaden fällt mehr auf als zuvor.

  • Auch Rasierklingen und Glasschaber sind nur für saubere, unbeschichtete Flächen gedacht und werden mit Seifenlauge und flachem Winkel geführt. Bei Scheiben mit Beschichtung, etwa Wärmeschutz oder Sonnenschutz, entfernen sie die dünne Schicht und hinterlassen Streifen. Wer nicht sicher weiß, was auf dem Glas liegt, lässt die Klinge am besten im Schrank.

  • Gegen Ätzflecken helfen keine Hausmittel mit Säure oder Lauge. Spritzer dürfen nicht mit der Hand verrieben werden, und die Haut sollte durch Handschuhe geschützt sein. Wischen Sie Reste mit reichlich Wasser und einem weichen Tuch ab und notieren Sie, welches Mittel verwendet wurde. Alles Weitere beurteilt eine Fachkraft.

Was die Glaserei beurteilt

Die Fachkraft schaut sich Tiefe, Länge und Lage der Spuren an und prüft, ob eine Politur denkbar ist. Das kommt nur bei flachen Linien in Betracht und lässt sich nicht pauschal sagen, da Politur die Fläche leicht wölbt und das Spiegelbild verformt. Bei großen Schaufenstern fällt so etwas besonders auf.

Bevor Sie am Schaufenster etwas tun

Nachgefragt

Kann man Kratzer aus Glas herauspolieren?

Nur sehr flache Linien lassen sich überhaupt bearbeiten, und auch dann entsteht oft eine leichte Mulde, die das Spiegelbild verzerrt. Bei einem großen Schaufenster bleibt das selten unbemerkt. Ob eine Politur vertretbar ist, entscheidet die Fachkraft am Einbauort, nicht ein Heimwerkerset.

Woran erkenne ich, ob die Kratzer von außen oder innen sitzen?

Halten Sie die Fingerspitze an die Scheibe und beobachten Sie den Abstand zwischen Fingerspitze und Spiegelbild. Liegt der Kratzer auf der Fläche, berührt die Spitze ihr Spiegelbild fast. Bei Isolierglas kann der Schaden auch auf einer inneren Glasfläche sitzen, was nur die Glaserei sicher einordnet.

Schadet Regenwasser der Scheibe, wenn Ätzmittel darauf waren?

Verdünnt wird die Wirkung schwächer, doch bereits entstandene milchige Stellen verschwinden dadurch nicht. Spülen Sie den Bereich mit viel klarem Wasser nach und lassen Sie ihn trocknen. Danach fotografieren Sie die Fläche bei Streiflicht, damit die Glaserei sieht, wie weit die Veränderung reicht.

Bruch oder Riss: Wir vermitteln die Glaserei.

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