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Der Ug-Wert und was er über Wärme sagt

Auf Datenblättern und Stempeln taucht der Ug-Wert auf, doch kaum jemand weiß, was die Zahl misst. Sie erfahren, wofür sie steht, wie sich Einfachglas, Isolierglas und Dreifachglas grob unterscheiden und warum der Wert beim Ersatz einer Scheibe eine Rolle spielt, aber nicht allein entscheidet.

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Rand einer Isolierglasscheibe mit Abstandhalter

Was die Kennzahl misst

  • Der Ug-Wert gibt an, wie viel Wärme in einer bestimmten Zeit durch eine Quadratmeterfläche Glas wandert, wenn innen und außen ein Temperaturunterschied von einem Grad besteht. Die Einheit lautet Watt pro Quadratmeter und Kelvin. Das kleine g steht für Glas: Gemeint ist die Scheibe allein, ohne Rahmen und ohne Randverbund.

  • Je kleiner die Zahl, desto weniger Wärme geht durch die Scheibe, und desto besser hält das Glas den Temperaturunterschied zwischen innen und außen auseinander. Über Licht, Schall oder Bruchsicherheit gibt die Zahl keine Auskunft, sie betrifft ausschließlich den Wärmefluss durch das Glas. Wer ein anderes Ziel verfolgt, etwa Lärmschutz, liest besser im Ratgeber zum Schallschutzglas weiter.

  • Der Wert wird unter festgelegten Messbedingungen bestimmt, damit Scheiben vergleichbar sind. Im Alltag weicht die Wirklichkeit davon ab, denn Wind, Sonne und Einbausituation verändern den Wärmefluss. Die Kennzahl ist ein Vergleichsmaß für Bauteile, kein Vorhersagewert für das, was in einem bestimmten Raum tatsächlich geschieht, und sollte nie als Versprechen gelesen werden.

Grobe Größenordnungen im Vergleich

  • Einfachglas liegt bei einem Ug-Wert von etwa fünf bis sechs. Es hat nur eine Lage und keinen Zwischenraum, der als Puffer dienen könnte. Wer ein altes Fenster mit einer einzelnen Scheibe besitzt, kann das an der Spiegelprobe erkennen, die im Ratgeber zu Einfachglas, Isolierglas und Dreifachglas beschrieben ist.

  • Ältere Zweifachverglasungen ohne Beschichtung kommen meist auf Werte um die drei. Neuere Einheiten mit Beschichtung und Edelgasfüllung erreichen etwa Werte um eins. Dreifachglas liegt noch darunter, häufig im Bereich unter einem Wert von eins. Diese Angaben sind Richtwerte, die je nach Aufbau, Beschichtung und Gasfüllung deutlich abweichen können und nur zur groben Orientierung taugen.

  • Bei einem Vergleich von Zahlen zählt also die Richtung, nicht die Nachkommastelle. Ein Unterschied von zwei Dezimalstellen sagt wenig darüber, wie sich ein Raum anfühlt. Wichtiger ist, ob es sich um einen alten oder neueren Aufbau handelt, und diese Einordnung gelingt meist schon über Dicke, Gewicht und den Stempel am Rand.

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Was der Ug-Wert nicht erzählt

Das ganze Fenster hat einen eigenen Wert, der auch Rahmen und Randverbund einbezieht und meist als Uw bezeichnet wird. Eine Scheibe mit sehr gutem Ug-Wert in einem schlecht schließenden Rahmen ändert nur wenig am Gesamtbild. Prüfen Sie daher auch die Dichtungen, wie unter Fensterdichtungen prüfen beschrieben.

Was das beim Ersatz einer Scheibe heißt

  1. Wird nur eine Scheibe in einem sonst intakten Fenster getauscht, zählt in der Regel gleichwertiger Aufbau. Weicht der Ug-Wert der neuen Einheit stark von den übrigen ab, kann sich zeigen, dass diese Scheibe anders auf Kälte und Feuchtigkeit reagiert, etwa mit unterschiedlichem Beschlag. Das ist kein Mangel, sondern Physik, und die Glaserei kann es einordnen.

  2. Besonders wichtig ist der Rahmen. Eine dickere Einheit mit besseren Werten braucht einen tieferen Falz. Ob der alte Rahmen das zulässt, lässt sich nur am Fenster feststellen. Näheres zum Tauschvorgang finden Sie unter Isolierglas austauschen, wo auch der Ablauf der Arbeit erklärt wird. Ein Ergebnis lässt sich erst nach Blick auf das Fenster beurteilen.

  3. Die Angaben für die Bestellung erhält die Glaserei aus dem Stempel am Abstandhalter oder durch eigene Messung. Fotografieren Sie ihn, wie im Ratgeber zum Aufdruck am Abstandhalter beschrieben, und halten Sie fest, ob Ihnen etwas am bisherigen Glas besonders wichtig war. Dann lässt sich der Ersatz sauber abstimmen.

Ug-Wert sicher einordnen

Nachgefragt

Ist ein niedriger Ug-Wert immer besser?

Er bedeutet weniger Wärmedurchgang durch die Scheibe, das ist alles. Ob er für Ihr Fenster das Beste ist, hängt vom Rahmen, vom Raum und vom Ziel ab. Eine stärkere Beschichtung kann zum Beispiel weniger Sonnenwärme hereinlassen. Sprechen Sie mit der Glaserei darüber, welche Eigenschaft Ihnen wichtig ist.

Wo finde ich den Ug-Wert meiner Scheibe?

Am ehesten auf dem Stempel am Abstandhalter, falls er lesbar ist, oder auf alten Unterlagen zum Einbau. Fehlt beides, lässt sich der Wert aus Aufbau, Beschichtung und Gasfüllung ungefähr abschätzen. Die Glaserei kann das am Fenster beurteilen, ohne dass Sie Zahlen kennen müssen.

Muss die neue Scheibe denselben Ug-Wert haben wie die alte?

Gleichwertiger Ersatz ist üblich, zwingend ist er nicht. Wichtig ist, dass der Rahmen die neue Einheit aufnehmen kann und dass ein Austausch im Zusammenspiel mit den übrigen Scheiben eines Fensters sinnvoll bleibt. Was im Einzelfall passt, entscheidet die Fachkraft nach Blick auf das konkrete Fenster.

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